muy-RICA© Frank Heuke

Der Aquamarin


Aquamarin ist die blaue Varietät des Silikat-Minerals Beryll und kristallisiert daher ebenso wie dieser im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Be3Al2[Si6O18].

Seine blaue Farbe erhält der Aquamarin durch Fremdbeimengungen von zwei- und dreiwertigen Eisen-Ionen (Fe2+ und Fe3+) auf verschiedenen Gitterpositionen. Als allochromatisches (fremdfarbiges) Mineral ist die Strichfarbe von Aquamarin jedoch immer weiß. Der nach dem Edelstein benannte Farbton ist ein farbsattes Grünblau.

Aufgrund seiner hohen Mohshärte von 7,5 bis 8 und seiner oft gut ausgebildeten, klaren Kristalle wird Aquamarin vorwiegend zu Schmucksteinen verarbeitet.


Etymologie und Geschichte

Blaugrüner Aquamarin auf Schörl aus Erongo, Namibia (Größe: 13,1 cm × 11,1 cm × 9,8 cm)

Der Name Aquamarin ist aus dem Lateinischen aqua marina „Meerwasser“ abgeleitet und nimmt damit Bezug auf die zartblaue bis blaugrüne bzw. „seegrüne“ Farbe des Minerals. In Europa ist der Farbname für die blaue Beryllvarietät seit der Renaissance (15. und 16. Jahrhundert) im Gebrauch.


Bildung und Fundorte

Aquamarine finden sich in Pegmatiten, insbesondere in Graniten, aber auch in metamorphen Gesteinen wie Gneis und als Mineralseife in Flusssedimenten.

Aquamarin ist mit rund 660 bekannten Fundorten eine relativ häufig vorkommende Beryll-Varietät mit Lagerstätten auf allen Kontinenten (außer Antarktis). Die für die kommerzielle Nutzung als Schmuckstein bedeutendsten Fundorte liegen jedoch vor allem in Brasilien, aber auch Nigeria, Kenia, Mosambik, Madagaskar und Pakistan.

Wie alle Berylle kann auch Aquamarin oft in Form gut entwickelter und durchsichtiger Kristalle von teilweise mehreren Dezimetern Länge und Dicke gefunden werden. Zu den größten jemals gefundenen Kristallen gehört der im Jahre 1910 am Fluss Marambaia in Brasilien entdeckte, grünlichblaue und lupenreine Aquamarin mit einer Größe von 48 cm × 38 cm und einem Gewicht von 110,5 kg oder umgerechnet 520.000 Karat. Der bisher größte und schwerste bekannte Kristall wurde allerdings 1992 in der Grube Galilea bei Governador Valadares im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais entdeckt und hatte eine Länge von einem Meter und ein Gewicht von 400 kg.

Verwendung als Schmuckstein


Geschliffener Aquamarin - 12 ct.

Aquamarine sind begehrte Schmucksteine, die in verschiedenen Schliffformen angeboten werden.

Mit der Qualitätsbezeichnung „Santa Maria“ (nach der gleichnamigen Mine in Ceará, Brasilien) werden besonders feine, tiefblaue Aquamarine versehen. Angelehnt an diese Bezeichnung sind auch die ebenfalls hochwertigen „Santa-Maria-Africana“-Aquamarine, die in Mosambik gefördert werden.

Die ebenfalls tiefblauen „Maxix-Aquamarine“ stammen ursprünglich aus der Mina Maxixe am Rio Jequitinhonha (Minas Gerais, Brasilien) sind im Gegensatz zu den „Santa-Maria“-Aquamarinen nicht farbbeständig und bleichen im Sonnenlicht allmählich aus und werden Gelblichweiß. Mittlerweile werden auch durch radioaktive Bestrahlung tiefblau gefärbte „Maxix-Aquamarine“ angeboten, die allerdings ebenfalls mit der Zeit ausbleichen und gemäß den Bestimmungen der CIBJO als behandelt deklariert werden müssen.